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18. FrauenForum am 11. Mai 2012 - Thema: Amnesty International Kenia und Tansania Ländergruppe

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„Frauen in Ostafrika“

FrauenForum am 11. Mai 2012 - Thema: Amnesty International Kenia und Tansania Ländergruppe

Einblicke in das Leben von Frauen in Ostafrika zu geben, stand im Mittelpunkt des Vortrages von Mariel Reiss.

Sie berichtete über zwei mehrmonatige Aufenthalte in den Jahren 2010 und 2011, in denen sie in Tansania, Kenia und Uganda war.

Ihr Vortrag war begleitet von ausgewählten Bildern, zunächst von Stränden und anderen üblichen Hochglanzmotiven, mit denen Urlaubsreisende geworben werden. Danach jedoch kamen Bilder die genauso wahrheitsgetreu das Leben in den ostafrikanischen Ländern zeigen, Frauen in Alltagssituationen und bei einem Genderfestival in Dar es Salaam (Tansania). Die extremen Gegensätze wurden sehr drastisch an den Bildern aus Nairobi deutlich. Auf der einen Seite eine Hauptstadt mit Hochhäusern und glänzenden Fassaden, Geschäften und asphaltierten Straßen, auf der anderen Seite ein Slum mit Wellblech-Hütten, unbefestigten Straßen und kaum Einkommensmöglichkeiten für die Bewohner.

Die Weltkarte und einige geographische Daten ermöglichten den TeilnehmerInnen eine Einschätzung der Größe und Ausmaße dieser Länder und machten deutlich, dass man nicht von Afrika sprechen kann, sondern jedes Land auf diesem Kontinent gesondert betrachten muss.

Mariel Reiss gab Informationen zu den früheren kolonialen Abhängigkeiten dieser Länder und zu den heutigen politischen Verhältnissen. Sansibar und das Festland von Tanganjika schlossen sich 1964 zu Tansania zusammen. Diese Insel war früher ein bedeutendes Zentrum für den Sklavenhandel zwischen Afrika und der arabischen Welt und ist bis heute stark arabisch beeinflusst. Auch deshalb liegt der Anteil der muslimischen Bevölkerung auf Sansibar bei 99 Prozent und auf dem Festland bei knapp 35 Prozent – während es ca. 30 Prozent Christen gibt und 30 Prozent anderen Religionen angehören. In Kenia und Uganda ist das Verhältnis zwischen Christen und Muslimen ca. 80 zu 10 Prozent.

Sehr persönlich berührt berichtete sie über eine Bekannte, die in einem Slum in der kenianischen Hauptstadt Nairobi mit ihren Kindern lebt. Sie schilderte ihren Besuch in den für uns unvorstellbaren Lebensverhältnissen, in denen diese Menschen ihr Leben würdevoll gestalten. Durch die Erzählung und durch die Bilder wurde sehr deutlich, welche unmenschlichen sanitären und hygienischen Bedingungen in den Slums herrschen.

Tief beeindruckt hat Mariel Reiss die Freude und Gastfreundschaft, mit der sie empfangen wurde. Aus den wenigen zur Verfügung stehenden finanziellen Mitteln ernähren sich die Familien, versuchen ihre Häuser (Wellblechhütten) in Ordnung zu halten und den Kindern einen Schulbesuch zu ermöglichen.

Das Büffet des Frauenforums, immer auch auf die Referentin und ihr Thema abgestimmt, war diesmal eine besondere Herausforderung, da in den ostafrikanischen Ländern die warmen Speisen meist frittiert werden. Mit Hühnersuppe und Fruchtspießen bemühten wir uns, ein wenig „ostafrikanisch“ zu sein. Die Gespräche am Rande waren sehr lebendig und voller Betroffenheit, sie zeigten, dass der Abend ganz besondere Saiten bei den Anwesenden berührt hatte, und einen Eindruck hinterließ, den wir lange nicht vergessen werden.

Lieselotte Henning

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